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Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

Beim Box-Nationencup 2011, der am Freitag den 02.09.2011 und am Samstag in Wr. Neustadt ausgetragen worden war und an dem Staffeln aus Österreich, Ungarn, Irland, der Schweiz und zwei deutsche Teams teilnahmen, gewann Baden-Württemberg vor der österreichischen Mannschaft. Als bester Boxer des Turniers wurde der ungarische Europameister 2010 Balazs Bacskai ausgezeichnet.

 

Österreichs Amateurboxsport beginnt nach langem Dornröschenschlaf wieder mit einem gezielten Aufbau einen Schritt zurück ins Rampenlicht der Sportöffentlichkeit zu machen. Präsident Roman Nader und Vizepräsident Dr. Rainer Salzburger starten mit dem neuen Cheftrainer Adolf Angrick, der 67-jährige Deutsche war zu DDR-Zeiten Cheftrainer von TSC Berlin, 1980 in Moskau Olympiatrainer und 2004 deutscher Bundestrainer, eine neuen Versuch Österreichs Amateurboxer einen Schritt näher zur Spitze zu bringen.

Angrick: „ Wir beginnen gerade mit einer Umstrukturierung des Boxsports in Österreich. Hier gibt es natürlich keine Wunderheilungen, die sofort wirksam werden, sondern nur lange, harte Arbeit und in diesen Arbeitsstress haben wir uns gerade hineingestürzt. Obwohl wir mit Arbi Chakaev einen Mittelgewichtler für die AIBA-Weltmeisterschaft in Baku, Azerbaijan (22.09.-09.10.2011) nominiert haben, denke ich schon viel weiter, vor allem an die Spiele 2016, den die Schritte die jetzt gemacht werden müssen, sind hart und von Fleiß und Tränen begleitet. Gerade mit Arbi Chakaev und dem Halbschwergewichtler Ara Muradjan, die im Finale durch Niederlagen einen österreichischen Mannschaftssieg verspielten bin ich unzufrieden! Niederlagen hat man im Boxen sehr schnell eingefahren, da kann dem besten Fighter passieren und deswegen bin ich auch nicht enttäuscht. Aber die beiden hatten in ihren Finalkämpfen eine mangelnde Einstellung, mir fehlte einfach der totale Siegeswille! Das war schlicht und einfach kein Kampfeinsatz, den man in einem Turnierfinale bringen muss. Die beiden waren einfach enttäuschend temperamentlos!
Am ersten Tag dieses Turniers in Wr. Neustadt lief es mit sechs österreichische Finalisten hervorragend: Da kämpften sich Nicole Wesner im Leichtgewicht, Chatschik Harutunyan in der Klasse bis 60kg, Khamsat Musaev in der Klasse bis 64kg, im Weltergewicht Howig Grigorjan, im Mittelgewicht unser WM-Teilnehmer Arbi Chakaev und im Halbschwergewicht Ara Muradjan. Eine Athletin und fünf Boxer in den Endkämpfen, das schien eine solide Basis für die Österreicher zu sein. Aber nach diesem ersten Tag war für die österreichischen Athleten keine Steigerung mehr möglich und auch hier müssen wir den Hebel ansetzen, damit auch nach einem Wettkampftag noch Kräfte fürs Finale freigesetzt werden können.
Ein Lob möchte ich dem Halbweltergewichtler (-64kg) Khamsat Musaev aussprechen, der gegen den deutschen Erkan Bozkaya ein gutes Gefecht lieferte. Das 17:16 Verdikt für den Deutschen war meiner Meinung nach ein Fehlurteil!".

Dieser Aussage möchte sich auch der Schreiber dieser Zeilen anschließen. Der Deutsche und der Österreicher lieferten einander ein tolles, trefferreiches Gefecht mit großartigen Fightszenen, in denen die Punkteführung ständig wechselte. 2:2 stand es nach einer Runde, die beiden steigerten sich in der zweiten Runde weiter, da stand es nach 3 Minuten 8:8 und eine Minute vor dem Kampfende hieß der Punktestand 12:12 ... in den letzten 60 Sekunden sahen die Punkterichter den Deutschen 17:16 vorne. Meine patriotischen Augen hatten Tränchen in den Augenwickeln, vielleicht hatten sie deshalb das Ergebnis umgekehrt gesehen.

Ein großartiges Gefecht lieferte der ungarische Europameister Balazs Bacskai, der den tapferen Österreicher Howig Grigorjan vom Startgong weg keine Chance ließ und mit 22:8 klar siegte. Howig stellte sich in seinen Defensivversuchen sehr geschickt an, er muss sich für seinen Finalauftritt sicher nicht schämen, den der ungarische Europachampion ist ein Ausnahmeboxer, ein großartiges Bewegungstalent, das seine 69kg elegant und rasant durch den Ring bewegte um zum richtigen Zeitpunkt sein großes Schlagrepertoire einzusetzen.

Vizepräsident Dr. Rainer Salzburger ehemals einer der besten österreichischen Amateurboxer, lächelte: „In jeder Phase habe ich gesehen wie gerne der ungarische Champion noch boxt, obwohl er bereits 210 Fights in seinem Rekordbuch stehen hat. Er hat noch immer riesige Freude an diesem herrlichen Sport!".

Sowohl Präsident Nader als auch sein Vizepräsident Salzburger waren mit dem Turnierablauf und den Leistungen der Österreicher sehr zufrieden ... so könnte es weitergehen!".

Bericht: Sigi Bergmann


 
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